Bei dieser Betrachtung geht es weniger um technische Details. Die Specs lassen sich schließlich überall im Internet nachlesen. Ich möchte viel mehr auf einige praktische Aspekte eingehen und die Lumix LX100 II mit ausgewählten Kameras vergleichen.

Einführung

Wie gut eignet sich die Lumix LX100 II also für die Straßenfotografie? Zunächst ist zu klären, was eine gute Kamera für Streetfotografie ausmacht. Meiner Meinung nach, lässt sich jedwede Kamera für die Street Photography nutzen. Warum das so ist, könnt hier nachlesen (klick). Vor diesem Hintergrund ist natürlich auch die kleine Lumix für Straßenfotografie geeignet.

Ganz kurz zum Einstieg: Die Lumix LX100 II hat einen MFT-Sensor und ist baugleich mit Leica D-Lux 7. Verwendung findet ein fest verbautes 24- 75mm Zoomobjektiv (Blende 1,7-2,8). Zusätzlich bietet die Kamera einen IBIS, einen Sucher und mehrere Filmsimulationen.
In die Hosentasche passt die Lumix LX100 II nicht, wohl aber in eine Jackentasche. Der Autofokus ist für die Streetfotografie ausreichend schnell, er schwächelt allerdings hin und wieder bei Dunkelheit.

Streetfoto, aufgenommen am Frankfurter Hauptbahnhof

Besonders gut gefallen haben mir die hochwertige Verarbeitung sowie die diversen Einstellmöglichkeiten direkt am Gehäuse. Es ist nicht nötig Menüs zu nutzen, um Verschlusszeit und Blende einzustellen. Dies lässt sich ganz klassisch direkt am Gehäuse bzw. Objektiv erledigen. Ferner gibt es einen Regler zur Belichtungskorrektur, der ebenfalls direkt am Gehäuse sitzt. Erwähnenswert ist zudem, dass sich der Monitor nicht ausklappen lässt. Mich persönlich stört das nicht, mir ist allerdings bewusst, dass viele Straßenfotografen diese Funktionalität schätzen.

Interessant ist die Anfangsbrennweite von 24mm. Hierdurch unterscheidet sich die Lumix LX 100 II von den üblichen Verdächtigen, wenn es um die Street Photography geht: Die Ricoh GR3 hat ein festverbautes 28mm Objektiv und die Fuji 100v (wie alle ihre Vorgänger) ein festverbautes 35mm Objektiv. Dies ist zum einem eine Herausforderung, denn ein 24mm Objektiv hat eine ganz andere Bildwirkung, als ein 28mm Objektiv. Für klassische Candid Bilder bedeuten die 24mm, dass man noch näher an die Motive herantreten muss. Andererseits bietet das Zoom die Möglichkeit auf das gewohnte Terrain zurückzukehren (28mm, 35mm, 50mm). Ich schätze diese Flexibilität außerordentlich und konnte viele Bilder realisieren, die ich mit anderen Kameras (so) nicht hätte machen können. Festbrennweiten bieten entweder zu wenig Weitwinkel oder zu wenig Tele.

Berlin Street Photography
Streetfoto, aufgenommen am Alexanderplatz in Berlin

Filmsimulationen

Noch einige Gedanken zu den Filmsimulationen. Fuji setzt das Konzept der Filmsimulationen aus Marketingsicht am geschicktesten um. Gleichwohl bieten alle Hersteller den Nutzern JPEG Varianten/ Interpretationen der RAW-Dateien an. Lumix macht da keine Ausnahme. Für die Street Photography nutze ich gerne den Modus „L. Monochrome D“. Der etwas sperrige Name soll nicht weiter stören, denn diese Filmsimulation liefert hervorragende Ergebnisse: dunkle Schatten, intensive Kontraste und ein schöner Filmkorn-Effekt kreieren einen coolen Look, der sich gut für die Street Photography eignet.

Berlin Street Photography
Streetfoto, aufgenommen am Kotti in Berlin. Filmsimulation: L. Monochrome D

Konkurrenten

Ebenfalls klein und leicht sind die bereits erwähnten Ricoh GR 3 sowie die Fuji 100v (nebst div. Derivaten). Anbei eine kleine Übersicht zu den Kameras bzw. den Merkmalen die für die Straßen(Fotografie) relevant sind. Was wichtig ist und was nicht, ist natürlich sehr subjektiv. Eine abschließende Beurteilung möchte ich nicht vornehmen.

KameraIBISBrennweite (KB)SucherEinstellräder Blende/VerschlussSensor
Lumix LX 100 IIJa24-75mmJaJaMFT
Ricoh GR3Ja28mmNeinNeinAPSC
Fuji 100vNein35mmJaJaAPSC
Kameras für Street Photography

Fazit

Positiv:

+ Passt in die Jackentasche

+ IBIS gegen Verwackeln

+ Blende und Verschlusszeit an Gehäuse bzw. Objektiv direkt einstellbar

+ Schöne Filmsimulationen

+ Flexibel durch ZoomLichtstarkWertig verarbeitet

Neutral:

+ – Sucher vorhanden, aber die Auflösung ist nicht zeitgemäß

+ – Monitor nicht ausklappbar

+ – Aufsteckblitz

Negativ:

– Relativ kleiner MFT Sensor. Das stört vor allem nachts, weil es dann zum verstärkten Bildrauschen kommt

– Fokus sitzt in der Dunkelheit nicht immer

Wer mit einem starren Monitor und den Einschränkungen eines MFT-Sensors klarkommt, wird die Lumix LX 100 II zu schätzen lernen. Die Kamera ist lichtstark, wertig verarbeitet und alle relevanten Einstellungen, lassen sich ohne Zuhilfenahme von Menüs vornehmen. Letztlich muss man sich mit der Kamera aber vor allem wohlfühlen. Es empfiehlt sich also, die Lumix beim Händler genau in Augenschein zu nehmen und zu prüfen, ob die Ergonomie zu einem passt.