Einführung

Die Street Photography gehört mit zu den vielseitigsten Genres der Fotografie. Sie dient der spontanen Momentaufnahme des öffentlichen Lebens. So können Gebäude oder ganze Straßenzüge, Menschenmassen in Bewegung oder einzelne Personen zu den Motiven gehören. Üblicherweise wird mit einer Fotografie nur ein einzelner Augenblick festgehalten. Es gibt im Rahmen der Street Photography jedoch auch die Möglichkeit, fortlaufende Fotoserien anzufertigen. Diese Technik kommt zwar nicht so häufig vor, löst aber beim Betrachter oftmals mehr Spannung und Interesse aus.

Die Besonderheiten von Fotoserien in der Street Photography

Die Street Photography ähnelt in ihren Grundzügen der Dokumentarfotografie. Jedoch lassen sich die Genres durch einige Kriterien klar voneinander abgrenzen. Besondere Merkmale der Street Photography sind die Abbildung eines zufälligen Moments und die Unklarheit des Subjekts der Szene. Bei einer Dokumentenfotografie ist das abgelichtete Objekt meist eindeutig und klar identifizierbar.
Die zufällige Abbildung eines Moments auf der Straße zählt zu den wichtigsten Kriterien der Street Photography. Das lässt sich auch anhand von Fotostrecken umsetzen.

Als Fotoserie wird in der Fotografie üblicherweise eine thematisch (und manchmal auch ästhetisch) zusammenhängende Reihe von Einzelbildern bezeichnet.

So kann eine Serie beispielsweise mehrere Momente in bestimmten Zeitabständen hintereinander festhalten. Das erlaubt es dem Betrachter, die Unterschiede einer Szenerie nach einigen Sekunden, Minuten, Stunden oder Tagen zu erkennen. Solche Fotostrecken bieten dem Fotografen großen Gestaltungsspielraum.

Warum also Fotoserien?

Fotoserien können ein guter Weg sein, um der täglichen Bilderflut im Internet etwas entgegen zu setzen. Mit einer Fotoserie lässt sich ein zuvor festgelegtes Thema bearbeiten und das Ergebnis bleibt hoffentlich länger in Erinnerung, als ein Einzelbild. Zudem vermögen einige Fotos erst im Zuge einer Serie ihre volle Bildgewalt zu entfalten. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen:
In Fotoserien steht nicht das Einzelbild im Vordergrund, sondern der konzeptionelle Gesichtspunkt. Hierbei macht es Sinn, das Thema möglichst eng zu fassen.

Beispiel: „Berlin Street Photography“ ist deutlich zu weit gefasst. Das Thema lässt sich weiter verdichten, indem zusätzlich auf die Aufnahmetechnik (z.B. analog), den Bildsprache (z.B. Schwarz-Weiß), den Stadtteil (z.B. Kreuzberg) oder auf eine bestimmte kreative Technik abgestellt wird (z.B. Bewegungsunschärfe).

Wie bereits aufgezeigt, hat die Street Fotografie viel mehr zu bieten, als die Abbildung von besonderen Momenten. Immer dann, wenn die Street Photography einen dokumentarischen Einschlag bekommt, können Serien gezielt eingesetzt werden, beispielsweise um ein Milieu zu beschreiben oder einen Bezirk zu charakterisieren. Als Beispiel soll hier der in New York arbeitende Fotograf Harvey Stein dienen, der Coney Island über mehrere Jahrzehnte fotografisch begleitet hat.

Die ersten Schritte, Ideen und Beispiele

Bevor ihr zum Fotografieren loszieht, solltet ihr natürlich eine grobe Idee davon haben, was das Thema der Serie ist und wie ihr es umsetzen wollt.

Dieses Vorgehen möchte ich gerne an einer Serie verdeutlichen, die ich im Berliner Bezirk Lichtenberg erstellt habe. Zur Konkretisierung habe ich folgende drei Aspekte gewählt:

  • Geografische Eingrenzung: Bezirk Berlin Lichtenberg
  • Thematische Eingrenzung: Urbane Fotografie
  • Bildsprache: Weitwinkel (20mm- 30mm) und Farbe (50D Cinestill)

Ich bin also gezielt losgegangen und habe nach entsprechenden Motiven Ausschau gehalten. Im Ergebnis steht eine konsistente Bildserie mit klarer Bildsprache.

Die gesamte Serie über urbane Fotografie in Berlin Lichtenberg, könnt ihr euch in meinem Portfolio ansehen.